| Gegisch vs. Toskisch (Standard) | Dokumente aus dem Kosovo tragen oft gegische Züge, die Standardsprache beruht aber auf dem Toskischen. Wer den Dialekt unbesehen übernimmt, trifft für die amtliche Fassung nicht die massgebliche Norm. | Wir erkennen den Ausgangsdialekt und setzen für die amtliche Übersetzung das kodifizierte Standard-Albanische an. |
| Weggelassenes ë und ç | In fremden Systemen fallen ë und ç oft weg: Durrës→„Durres“, Tiranë→„Tirana“. Auf einer Personenstandsurkunde ist das eine Namens- oder Ortsabweichung. | Namen und Orte werden zeichengenau mit ë und ç in der Passschreibung wiedergegeben und abgeglichen. |
| Digraphen als eigene Buchstaben | Neun Buchstabenpaare (dh, gj, ll, nj, rr, sh, th, xh, zh) sind je ein Laut, kein Zufallstreffen zweier Buchstaben. Wer sie trennt oder als Deutsch liest, verändert das Wort – rr und r sind verschiedene Laute. | Muttersprachler behandeln die Digraphen als Einzelbuchstaben – bei Aussprache, Trennung und alphabetischer Ordnung. |
| Bestimmte vs. unbestimmte Nomenform | Shqipëri und Shqipëria sind dieselbe „Albanien“, einmal unbestimmt, einmal bestimmt; mal/mali ebenso. Ohne dieses Wissen wirkt eine Form wie ein anderer Name oder Ort. | Die Formen werden korrekt zugeordnet und ins Deutsche so übertragen, dass kein Schein-Unterschied entsteht. |
| Kosovo- vs. Albanien-Verwaltungswortschatz | Behörden, Register und Formeln heissen in Albanien und im Kosovo teils unterschiedlich; eine Çertifikatë lindjeje (Geburtsurkunde) folgt je nach Herkunft anderem Verwaltungsstil. | Registerbegriffe werden herkunftsgerecht und mit erklärender Entsprechung wiedergegeben, statt schematisch übersetzt. |
| Namenshandhabung | Bestimmte Namensformen, Patronyme und geänderte Frauennamen führen bei der Übertragung leicht zu Verwechslungen von Vor- und Nachname oder zu Scheinabweichungen gegenüber dem Pass. | Namensbestandteile werden korrekt zugeordnet, in Passschreibung gesetzt und – wo nötig – erläutert, ohne die Person umzubenennen. |
| Serbischsprachige Parallelurkunden | Zu Personen aus dem Kosovo existieren neben albanischsprachigen Urkunden oft ältere oder parallele serbischsprachige. Name und Geburtsort stehen dann verschieden – Prishtinë gegenüber Priština, Gjilan gegenüber Gnjilane. Für das Amt sehen zwei Papiere dann nach zwei Personen aus. | Jede Urkunde wird aus ihrer eigenen Ausgangssprache übersetzt; abweichende Namens- und Ortsformen werden als solche kenntlich gemacht statt stillschweigend vereinheitlicht. |
| Noten und Qualifikationsstufen „umgerechnet“ | In Albanien und im Kosovo ist die höchste Zahl die beste Note, in der Schweiz ebenfalls – aber hier endet die Skala bei der 6. Eine übernommene Ziffer landet entweder ausserhalb des Schweizer Rasters oder trifft eine Note, die es gibt und die etwas anderes bedeutet. Ebenso ist ein kosovarisches Berufsdiplom eine Stufe des nationalen Qualifikationsrahmens und kein Schweizer Fähigkeitszeugnis. | Noten, Titel und Qualifikationsstufen bleiben im Original, mit erklärender Entsprechung und Nennung der Ausgangsskala. Die Gleichwertigkeit stellt die zuständige Anerkennungsstelle fest, nicht das Übersetzungsbüro. |
| Falsche Freunde & Lehnwörter | Albanisch hat viele Lehnwörter aus dem Türkischen, Italienischen und Lateinischen; wortähnliche Formen verleiten zu falschen deutschen Entsprechungen. | Muttersprachler übersetzen die Bedeutung, nicht die Ähnlichkeit; kritische Termini sind in der geprüften Terminologie hinterlegt. |