| Falsche Höflichkeitsstufe (Keigo) | Japanisch kennt gestufte Höflichkeit: Teineigo, Sonkeigo (respektvoll) und Kenjōgo (bescheiden). Im Geschäftsbrief oder Behördentext wirkt die falsche Stufe respektlos oder unterwürfig – ein Schaden, den der Empfänger sofort spürt. | Wir wählen das dem Adressaten und Anlass angemessene Register (敬語) – vom förmlichen Behördenschreiben bis zur Kundenkommunikation. |
| Ära-Datum (Reiwa) falsch umgerechnet | Amtliche Dokumente datieren nach Ära: 令和 (Reiwa) seit 1. Mai 2019, davor Heisei und Shōwa. „Reiwa 6“ ist 2024. Wer die Zahl 1:1 als Jahr überträgt, verfälscht Geburts- oder Ausstellungsdatum um Jahrzehnte. | Wir rechnen zwischen Wareki und gregorianischem Kalender korrekt um und führen im Zweifel beide Angaben mit Übersetzervermerk. |
| „Geburtsurkunde“, die es nicht gibt | Japan stellt keine Einzelurkunde nach europäischem Muster aus, sondern führt das Familienregister 戸籍. Wer den Auszug (戸籍謄本) kurzerhand als „Geburtsurkunde“ betitelt, unterschlägt Registerstruktur, Haushaltsvorstand und Eintragungsdaten – genau die Angaben, die das Zivilstandsamt abgleicht. | Wir übersetzen den Registerauszug als das, was er ist, bilden die Registerfelder nachvollziehbar ab und ordnen ihn mit Übersetzervermerk dem Schweizer Nachweiszweck zu. |
| Rechtsform „übersetzt“ (株式会社 → GmbH) | Eine 株式会社 (Kabushiki Kaisha) ist eine Aktiengesellschaft japanischen Rechts, eine 合同会社 (Gōdō Kaisha) etwas anderes als eine GmbH nach Obligationenrecht. Wer die Rechtsform in eine hiesige übersetzt, behauptet eine Gesellschaft, die es so nicht gibt – im Vertrag ein Haftungsproblem, im Registerauszug ein Ablehnungsgrund. | Rechtsformen, Register und Behörden bleiben im Original mit erklärender Entsprechung stehen, statt durch ein schweizerisches Institut ersetzt zu werden. |
| Zahlengliederung 万/億 in Bilanz und Angebot | Japanisch gruppiert Zahlen in Zehntausendern: 万 = 10 000, 億 = 100 Mio. „5,000万円“ sind 50 Mio. Yen, nicht 5000. Wer stur nach Dreiergruppen liest, verrechnet sich in Angeboten und Abschlüssen um Zehnerpotenzen. | Beträge und Grössenordnungen werden in die Zielkonvention umgesetzt und bei Verträgen, Angeboten und Abschlüssen gegengeprüft – Zahl und Einheit getrennt kontrolliert. |
| Namensordnung & Lesung (Furigana) | Der Familienname steht zuerst (山田太郎 = Yamada Tarō), und dieselben Kanji haben mehrere Lesungen. Das Register kennt nur die Zeichen, der Reisepass nur die lateinische Umschrift; wer die Aussprache rät, kann die Identitätszuordnung erschweren und Rückfragen auslösen. | Wir gleichen Reihenfolge und Umschrift gegen den Reisepass ab, ergänzen bei Bedarf die Lesung (Furigana) und halten die Schreibweise über alle Dokumente eines Vorgangs identisch. |
| Fremdnamen/Lehnwörter in Katakana uneinheitlich | Deutsche Namen und Begriffe werden in Katakana transkribiert (Zürich → チューリッヒ). Eine frei geratene Schreibung erzeugt uneinheitliche, in Registern nicht wiederauffindbare Namen. | Wir nutzen die etablierte Katakana-Transkription und halten sie über das ganze Dokument und Folgeaufträge konsistent. |
| Zähleinheiten (助数詞) fehlen oder falsch | Zwischen Zahl und Substantiv steht ein Zählwort, das sich lautlich verändern kann (一枚 ichimai, 一本 ippon, 三名 sanmei). Fehlt es oder ist es falsch, klingt der Satz ungrammatisch. | Muttersprachler setzen das zum Objekt passende Zählwort mit korrekter Lautung – ein sicheres Erkennungsmerkmal laienhafter Übersetzung. |
| Vollbreite vs. Halbbreite Zeichen (全角/半角) | Ziffern, lateinische Buchstaben und Satzzeichen gibt es voll- (123) und halbbreit (123). Amtliche Formulare und Systeme verlangen oft eine bestimmte Form; eine Mischung bricht Layout oder Formularvalidierung. | Wir setzen die geforderte Zeichenbreite konsistent und stimmen sie auf Formular- oder Systemvorgaben ab. |
| Zeilenumbruch ohne Kinsoku, Tofu-Zeichen | Japanisch trennt Wörter nicht durch Leerzeichen; Umbruchregeln (Kinsoku) verbieten bestimmte Zeichen am Zeilenanfang/-ende. Falscher Umbruch oder ein Font ohne CJK-Abdeckung zerreisst den Satz oder erzeugt „□□□“ (Tofu). | Wir liefern satzfertig – Kinsoku-konformer Umbruch, geprüfte japanische Fonts und korrektes Encoding, damit die Datei „sitzt“. |