| č vs. ć (und dž vs. đ) | Kroatisch unterscheidet den harten Laut č von der weichen ć und dž von đ. In Namen entscheidet das über die Identität: Jelačić ist nicht Jelačič, und ein đ ist kein dj. | Muttersprachler setzen č/ć und dž/đ zeichengetreu; die Schreibweise wird gegen Ausgangsdokument und Ausweis geprüft, ohne „Vereinfachung“ auf Tastaturbuchstaben. |
| Gebeugte Namensform als Grundform übernommen | Kroatisch hat sieben Fälle und keinen Artikel; im Urkundentext stehen Namen deshalb gebeugt (sin Ivana Horvata). Wer die Form ins Schweizer Formular überträgt, trägt einen Namen ein, den es im Ausweis nicht gibt. | Wir bilden für jede Person die Nominativ-Grundform und gleichen sie gegen das Ausweisdokument ab. |
| Standardkroatisch statt Mischvariante | Serbischer Wortschatz, ekavische Formen (mleko statt mlijeko) oder kyrillische Reste fallen kroatischen Behörden sofort auf und stellen die ganze Übersetzung in Frage. | Wir übersetzen ausschliesslich in normiertes Standardkroatisch – ijekavisch, lateinisch – und nie in eine vermischte Variante. |
| Notenskala 1–5 gegen 1–6 | In Kroatien ist odličan (5) die beste Note, in der Schweiz die 6. Wer die Zahl unkommentiert stehen lässt oder „umrechnet“, macht aus einem sehr guten Zeugnis ein mittelmässiges. | Die Originalnote bleibt stehen, ergänzt um die kroatische Bezeichnung und die Skala. Die Bewertung nimmt die Anerkennungsstelle vor. |
| Verbalaspekt (svršeni/nesvršeni) | Jedes Verb hat eine vollendete und eine unvollendete Form. „Er unterschrieb“ (einmalig) und „er unterschrieb laufend“ verlangen verschiedene Verben – in Verträgen hängen Pflicht und Zeitpunkt daran. | Der Aspekt wird bewusst gewählt, damit Einmaligkeit und Dauer so abgebildet sind, wie die Rechtsfolge es verlangt. |
| Deutsche & italienische Ortsnamen | Auf älteren Urkunden stehen deutsche oder italienische Ortsnamen: Agram = Zagreb, Fiume = Rijeka, Zara = Zadar, Ragusa = Dubrovnik. Wer sie falsch zuordnet, bringt Geburtsort und Register durcheinander. | Historische Exonyme werden dem heutigen amtlichen Ortsnamen zugeordnet, mit Anmerkung, wo die Urkunde es verlangt. |
| Germanismen: Umgangs- vs. Schriftsprache | Alltagskroatisch ist voller Germanismen (šrafciger, auspuh, cajger, špajza) – für Zweisprachige aus der Schweiz besonders naheliegend, in Vertrag oder Zeugnis aber nicht standardsprachlich. | In amtlichen Texten wird durchgängig die kroatische Standardsprache verwendet; Germanismen bleiben der mündlichen Ebene vorbehalten. |
| Stalni sudski tumač ≠ Schweizer Weg | Kroatien bestellt eigene ständige Gerichtsübersetzer über die Gespanschaftsgerichte; die Schweiz kennt kein solches Verzeichnis. Eine Schweizer Beglaubigung gilt in Kroatien nicht automatisch – und umgekehrt. | Wir klären vorab, wo das Dokument wirken soll: bestätigte Fassung mit notarieller Beglaubigung für die Schweiz, sudski tumač für Kroatien. |