| Notenskala nach Schweizer Muster gelesen | Im ukrainischen Атестат gilt seit 2000 die 12-Punkte-Skala mit 12 als bester Note; ältere Zeugnisse aus sowjetischer Zeit nutzen die 5-Punkte-Skala mit 5 als Bestnote. In der Schweiz ist die 6 der Bestwert. Wer die Zahlen ungeprüft übernimmt, lässt eine sehr gute sowjetzeitliche „5“ mittelmässig aussehen und eine ukrainische „6“ von zwölf möglichen Punkten wie eine Schweizer Bestnote. | Die Note bleibt im Original stehen, Skala und Bestwert werden benannt; die Umrechnung überlassen wir der Stelle, die dafür zuständig ist, statt eine Schweizer Note zu behaupten. |
| ISO 9 gegen Passtransliteration ausgespielt | Fürs Zivilstandsregister wird nach ISO 9 umgeschrieben (Гончар → Gončar), der biometrische Pass folgt dem Beschluss Nr. 55/2010 (Honchar): г→h statt g, и→y statt i. Steht nur eine der beiden Formen im Dokument, prüft die Behörde die Identität nach. | Wir setzen die ISO-9-Form an, die die Behörde erwartet, und vermerken die nationale Passschreibweise, sodass beide Formen einander zugeordnet bleiben. |
| Eigene Buchstaben і ї є ґ verloren | Das ukrainische Alphabet kennt і (nicht и), ї, є und das harte ґ. Wer sie mit einem fremden Zeicheninventar erfasst, ersetzt sie stillschweigend durch ähnlich aussehende – der Name in der Übersetzung passt dann nicht mehr zum Ausweis. | Wir erfassen ukrainische Namen mit dem ukrainischen Zeicheninventar und übertragen jeden Buchstaben normgerecht. |
| Apostroph getilgt oder fehlkodiert | Der ukrainische Apostroph (Лук’яненко, з’їзд) ist ein bedeutungstragendes Zeichen, kein Satzzeichen. Wird er gelöscht oder als Anführungszeichen kodiert, ändern sich Aussprache und mitunter der Name. | Der Apostroph wird als eigenes Zeichen bewahrt und in der Umschrift korrekt abgebildet. |
| Ortsname weicht vom Register ab | Kiew, Charkow, Lemberg oder „Odessa“ sind eingedeutschte bzw. über das Russische übernommene Formen. Auf der Urkunde steht Київ, Харків, Львів, Одеса – weicht die Übersetzung ab, findet die Behörde den Geburtsort nicht wieder. | Wir setzen Kyjiw, Charkiw, Lwiw und Odesa an und gleichen jeden Ortsnamen mit dem amtlichen Register ab. |
| Vatersname als zweiter Vorname geführt | Der Vatersname (по батькові, Endungen -ович/-івна) ist ein eigener Namensbestandteil. Wird er als Zweitname oder als Teil des Nachnamens eingetragen, entsteht im Register eine Person, die es im Pass nicht gibt. | Das Patronym wird als solches gekennzeichnet und den Namensbestandteilen so zugeordnet, wie die Schweizer Stelle sie erfasst. |
| Ukrainisches Dokument nach russischer Norm bearbeitet | Ukrainisch und Russisch sind verwandt, aber nicht deckungsgleich: неділя heisst Sonntag, russisch неделя dagegen Woche; місто ist die Stadt, russisch место der Ort. Wer die russische Lesart und Umschrift ansetzt, produziert Sachfehler in Daten und Adressen. | Ukrainische Dokumente bearbeiten muttersprachliche Übersetzer mit Ukrainisch als Arbeitssprache, nach ukrainischer Norm. |
| Alturkunde und elektronischer Auszug verwechselt | Urkunden aus der Ukrainischen SSR sind oft ukrainisch-russisch zweisprachig; die Behörde hiess früher ЗАГС, heute РАЦС. Heutige Nachweise kommen dagegen häufig als elektronischer Registerauszug (витяг) mit Registernummer und Prüfmerkmalen. Wer Vordruck und Ausstellungszeit nicht kennt, übersetzt die falsche Sprachfassung oder lässt Prüfmerkmale weg. | Wir erkennen Vordruck, Ausstellungszeit und ausstellende Stelle, übertragen die massgebliche Sprachfassung vollständig und bilden Registernummern und Prüfmerkmale ab. |