| Übersetzung vor der Überbeglaubigung angefertigt | Malaysische Urkunden durchlaufen erst die zuständige Stelle, dann die Überbeglaubigung durch die Konsularabteilung des Aussenministeriums (Wisma Putra), dann die Beglaubigung durch die zuständige schweizerische Vertretung. Wer vorher übersetzen lässt, hat am Ende eine Fassung ohne die entscheidenden Stempel. | Wir übersetzen nach der Überbeglaubigung und nehmen Stempel, Siegel und Legalisationsvermerke ausdrücklich in die Übersetzung auf. |
| Commissioner for Oaths statt Notary Public | Beide beglaubigen in Malaysia Unterschriften – aber mit gegenläufiger Reichweite: Der Notary Public darf nach Abschnitt 4 des Notaries Public Act 1959 gerade Erklärungen für den Gebrauch ausserhalb Malaysias abnehmen und für den Gebrauch im Land ausdrücklich nicht; beim Commissioner for Oaths ist es umgekehrt. Ledigkeitserklärungen und Vollmachten scheitern regelmässig genau hier. | Wir prüfen vor der Übersetzung, welche Beglaubigungsform auf dem Dokument steht, und weisen darauf hin, wenn sie für die Schweizer Zielstelle nicht trägt. |
| In Malaysia angefertigte Übersetzung eingereicht | Malaysia kennt keine staatlich bestellten Übersetzer, und die Konsularabteilung verlangt für fremdsprachige Dokumente lediglich eine englische Fassung. Wer damit vor ein Zivilstandsamt tritt, hat eine Übersetzung in der falschen Sprache – und ohne die Form, die eine Schweizer Stelle sehen will. | Für Vorlagen in der Schweiz arbeiten wir mit qualifizierten Übersetzern hier: Die Fassung trägt Stempel, Unterschrift und Bestätigungsvermerk, die Unterschrift beglaubigt auf Wunsch ein Notariat. |
| Zielschrift Rumi vs. Jawi ungeklärt | Malaiisch existiert in Rumi (Latein) und Jawi (arabischbasiert, جاوي). Kommt die falsche Schrift an, ist das Dokument für die Zielstelle – etwa ein Religionsamt oder eine bruneiische Behörde – nicht verwendbar. | Die Zielschrift wird vor Projektbeginn geklärt und fachgerecht gesetzt – Jawi mit korrektem Shaping und geprüften Font-Fallbacks. |
| Malaiisch mit Indonesisch verwechselt | Beide gehen auf dieselbe Wurzel zurück, sind aber eigene Standards: Malaiisch hat viele englische Lehnwörter (farmasi, pejabat), Indonesisch niederländische (apotek, kantor). In einem malaysischen Behördendokument fällt indonesischer Wortschatz sofort als fremd auf. | Malaysische Unterlagen bearbeiten Muttersprachler des malaysischen Standards; Wortschatz und Rechtschreibung folgen den Vorgaben der Sprachbehörde Dewan Bahasa dan Pustaka. |
| Namensführung mit bin/binti aufgespalten | bin („Sohn von“), binti („Tochter von“) und bei indischstämmigen Malaysiern a/l, a/p verweisen auf den Vaternamen – ein Familienname im deutschen Sinn existiert nicht. Wird daraus künstlich ein Nachname, weicht die Urkunde vom Pass ab. | Die Namensführung wird so abgebildet, wie sie im Reisepass steht; Abweichungen werden angemerkt statt geglättet. |
| Ehren- und Amtstitel als Namen gelesen | Datuk, Tan Sri, Tun, Haji/Hajah oder Encik/Puan sind Titel und Anreden. Wer sie als Vor- oder Nachnamen führt, erzeugt eine Person, die es im Register nicht gibt. | Titel werden als solche erkannt und kenntlich gemacht; der eigentliche Name bleibt prüfbar und passkonform. |
| Syariah-Terminologie generisch eingedeutscht | nikah, talak, ruju’ oder Mahkamah Syariah bezeichnen Institute des islamischen Familienrechts. Ein pauschales deutsches Wort verwischt, welches Gericht entschieden hat und mit welcher Wirkung – für die Anerkennung ist genau das die Frage. | Die Termini bleiben als Institut erkennbar und werden erläutert, sodass die Schweizer Stelle Zuständigkeit und Rechtsfolge nachvollziehen kann. |
| Deutsche Zeit- und Genusformen 1:1 übertragen | Malaiisch flektiert nicht: Zeit entsteht über Partikel (sudah, akan, sedang), dia steht für „er“ und „sie“. Wer deutsche Tempora nachbaut, erzeugt Umständliches; wer aus dia ein Geschlecht ableitet, erfindet Information. | Zeitbezug wird über Partikel und Kontext präzise gesetzt; ein Geschlecht wird nur genannt, wenn es im Ausgangsdokument tatsächlich steht. |
| Affixe und Reduplikation mechanisch behandelt | Das Affixsystem verändert Bedeutung und Wortart samt Lautwandel (meN- + pukul → memukul). Und nicht jede Verdopplung ist ein Plural: buku-buku heisst „Bücher“, kupu-kupu aber schlicht „Schmetterling“. | Muttersprachler setzen Affixe und Reduplikation nach Regel und Kontext; kritische Termini sind in der geprüften Terminologie hinterlegt. |