| Buchstaben c und x nach deutschem Lautwert gelesen | Die somalische Lateinschrift von 1972 belegt vertraute Buchstaben mit eigenen Werten: x steht für ein hartes h, c für einen Kehllaut. Xasan ist Hassan, Cabdi ist Abdi, Maxamed ist Mohamed. Wer die Schreibung „deutsch“ liest, schreibt einen anderen Namen – auf einem Nachweis eine andere Person. | Jeder Name wird lautrichtig übertragen und gegen die Schreibweise in Ihrer Aufenthaltskarte, im Konventionsreisepass oder in der Karte für subsidiär Schutzberechtigte gestellt, damit alle Dokumente dieselbe Person bezeichnen. |
| Drei Eigennamen in Vor- und Nachname gepresst | Ein somalischer Name führt in der Regel drei Eigennamen: den eigenen, den des Vaters, den des Großvaters. Einen vererbten Familiennamen gibt es nicht. Wird der dritte Name stillschweigend zum „Nachnamen“ erklärt, tragen Geschwister plötzlich verschiedene Nachnamen und Register lassen sich nicht mehr zusammenführen. | Wir ordnen die Namensteile so zu, wie Ihre österreichischen Papiere sie bereits führen, und erläutern die Struktur in einer Anmerkung – statt sie unkommentiert in ein fremdes Schema zu zwingen. |
| Zweite Schreibweise desselben Namens | Mohamed, Mohammed, Mohamud, Maxamed: Dieselbe Person erscheint je nach Umschrift und bearbeitender Stelle unter mehreren Schreibungen. Weicht eine Übersetzung von den übrigen Unterlagen ab, kann das die Identitätszuordnung erschweren und zu Rückfragen oder Zurückweisung führen. | Wir legen zu Beginn eine Leitschreibweise fest – die Ihrer österreichischen Ausweis- oder Aufenthaltsdokumente – und halten sie über alle Dokumente einer Akte durch; abweichende Fassungen ergänzen wir höchstens erläuternd. |
| Digraphen dh, kh, sh zerlegt, q gleichgesetzt | dh, kh und sh stehen je für einen Laut, nicht für ein Buchstabenpaar; q ist ein tief hinten gebildetes k. Einzeln gelesen oder deutsch gleichgesetzt, verändern sie Personen- und Ortsnamen: Die Stadt Baydhabo heißt im deutschen Schriftbild Baidoa – wer das dh zerlegt, schreibt einen Ort, den keine Stelle wiedererkennt. | Muttersprachler behandeln die Digraphen als Einheit und übertragen sie lautgetreu, besonders in Orts-, Behörden- und Personennamen, die eine Behörde wiedererkennen muss. |
| Näherungsdatum als exaktes Datum ausgegeben | Weil über lange Zeiträume keine flächendeckenden Personenstandsregister geführt wurden, beruhen Geburtsdaten häufig auf Eigenangabe oder Schätzung; in Registrierungen steht dann oft der 1. Januar. Wer daraus ein „exaktes“ Datum macht, erzeugt einen Scheinbeleg, der der Akte später widerspricht. | Wir übersetzen genau das, was im Dokument steht, kennzeichnen Näherungen und Eigenangaben als solche und erfinden keine Präzision, die das Original nicht hergibt. |
| Vorlage ist gar nicht auf Somali | Ein erheblicher Teil der Papiere aus Somalia und der Diaspora ist auf Arabisch oder Englisch ausgefertigt, älteres Material auch auf Italienisch. Wird trotzdem „Somali–Deutsch“ beauftragt, passt der Bestätigungsvermerk nicht zur tatsächlichen Ausgangssprache – ein formaler Mangel, den die annehmende Stelle sieht. | Wir sichten die Vorlage vor dem Angebot, setzen die tatsächliche Sprachkombination an und benennen im Bestätigungsvermerk die Ausgangssprache, die wirklich vorliegt. |
| Ausstellende Stelle zu „Somalia“ verallgemeinert | Papiere kommen aus Mogadischu, aus Hargeisa, aus Garoowe, von Ministerien, Bezirksverwaltungen, Gerichten oder Hilfsorganisationen – mit unterschiedlichen Bezeichnungen, Wappen und Ortsangaben. Ob eine österreichische Stelle einem Dokument folgt, hängt genau daran; eine Übersetzung, die das einebnet, nimmt ihr die Entscheidungsgrundlage. | Aussteller, Amtsbezeichnung, Ort und Siegeltext werden so wiedergegeben, wie sie dastehen – ohne Vereinheitlichung und ohne staatsrechtliche Wertung durch das Übersetzungsbüro. |
| Erklärung oder Einvernahmeprotokoll „geglättet“ | Wo Urkunden fehlen, tragen die eigenen Angaben und die Niederschrift der Einvernahme das Verfahren. Wer sie zusammenfasst, Widersprüche begradigt oder Lücken sinngemäß füllt, verändert das Beweismittel selbst – und beschädigt die Glaubhaftigkeit, die er verbessern wollte. | Solche Texte übersetzen wir eng am Wortlaut, lassen Unklarheiten stehen und kennzeichnen sie als Anmerkung des Übersetzers, statt sie auszudeuten. |