| Kyrillisch bleibt amtlich (keine Latinisierung) | Anders als Kasachstan oder Usbekistan hat Kirgistan nicht auf Latein umgestellt. Wer eine Lateinfassung „wie beim Nachbarn“ annimmt oder erwartet, liegt neben der amtlichen Schrift. | Wir setzen die kirgisische Kyrillica an und übertragen keine falsche Latein-Analogie in die Übersetzung. |
| Kirgisisch-kyrillische Sonderzeichen ң ө ү | Die drei Zusatzbuchstaben zum Russischen werden von russischen Layouts und OCR verwechselt: ө/о, ү/у, ң/н. Ein falsch gelesener Buchstabe ist ein falscher Name. | Wir lesen die drei kirgisischen Zusatzbuchstaben korrekt und prüfen jeden gegen das Original. |
| Kirgisisch als „Kasachisch“ behandelt | Beide sind kiptschakische Turksprachen und eng verwandt, aber distinkt: Lautunterschiede, eigener Wortschatz, Patronym уулу/кызы (KY) vs. -ұлы/-қызы (KK). Wer KY als KK übersetzt, trifft Namen und Termini nicht. | Es übersetzen kirgisische Muttersprachler – Kirgisisch wird nicht als Kasachisch-Variante behandelt. |
| Patronym уулу/кызы vs. russifiziert -ов/-ова | Kirgisische Namen bilden уулу („Sohn“) und кызы („Tochter“); das Personenstandsgesetz lässt sie gleichrangig neben den russischen Endungen zu. Papiere derselben Person tragen daher mal -ov, mal уулу. | Beide Formen werden derselben Person zugeordnet und die urkundliche Fassung exakt übertragen. |
| Russisch-kirgisische Zweisprachigkeit | Russisch ist Amtssprache; viele Urkunden sind russisch oder zweisprachig, Stempel und Vermerke oft russisch. Wer nur eine Sprache kann, übersetzt die andere Spalte falsch oder gar nicht. | Beide Sprachspalten werden vollständig bearbeitet – Kirgisisch und Russisch, samt Stempeln und Vermerken. |
| Namensschreibung im Personenstandsregister | Nach § 38 Abs. 1 PStG 2013 übernimmt das Standesamt Namen buchstaben- und zeichengetreu aus der Urkunde. Reisepass und Angehörige führen oft andere Schreibungen – weichen die Fassungen ab, zweifelt die Behörde die Identität an. | Wir bilden die urkundliche Schreibweise ab und vermerken die Passschreibweise, sodass alle Fassungen einer Person zugeordnet werden. |
| Vokalharmonie & Agglutination | Kasus, Besitz und Zahl stehen als angehängte Suffixe, die der Vokalharmonie folgen. Wörtlich zerlegt gehen Rechts- und Besitzbezüge verloren. | Fachübersetzer lösen die agglutinierten Formen grammatisch korrekt in eindeutige deutsche Bezüge auf. |
| Umbenennungen & sowjetische Vordrucke | Die Hauptstadt hieß bis 1991 Frunse (Frunze), heute Bischkek; sowjetische Urkunden tragen andere Behördennamen (ЗАГС) und Wappen als heutige. Ohne Kontext wirkt das widersprüchlich. | Historische wie aktuelle Orts- und Behördennamen werden mit Erläuterung übertragen, sodass die Bewertungsstelle sie einordnen kann. |