| Kyrillisches Mongolisch wie Russisch gesetzt | Das mongolische Alphabet hat zwei Buchstaben, die das russische nicht kennt: Ө und Ү. Auf russischer Tastatur oder in Fonts ohne mongolische Abdeckung werden sie zu О/У geglättet – und aus Мөнх wird Монх: ein anderes Wort, ein anderer Name. | Gesetzt wird mit mongolischem Tastaturlayout und geprüften Fonts; vor Auslieferung läuft eine Zeichenkontrolle über die Datei, die Ө/Ү und die übrigen mongolisch-spezifischen Zeichen abgleicht. |
| Umschrift weicht vom Reisepass ab | Für Mongolisch konkurrieren mehrere Umschriftsysteme – die nationale Norm MNS 5217, BGN/PCGN und die Library-of-Congress-Romanisierung. Ө erscheint dadurch als „Ö“, „O“ oder „U“. Weicht die Übersetzung vom Pass ab, sieht die Behörde zwei Personen und setzt den Akt aus. | Maßgeblich ist ausschließlich die Schreibung im Reisepass. Wir übernehmen sie zeichengenau und vermerken die abweichende Systemform, statt stillschweigend umzuschreiben. |
| Vatersname, Clanname und Rufname vertauscht | Mongolische Namen stellen den Vatersnamen im Genitiv voran (Сүхбаатарын Батболд – „Batbold, Kind des Süchbaatar“), oft nur als Initiale; seit der Wiedereinführung der Clannamen Ende der 1990er-Jahre tragen Ausweise zusätzlich einen овог. Wer davon irgendetwas ins Feld „Familienname“ schreibt, erzeugt drei Namensvarianten in drei Dokumenten. | Vatersname, Clanname und Rufname werden getrennt ausgewiesen und im österreichischen Formularfeld erläutert. Für die Feldbelegung gilt weiterhin der Pass – das Namenssystem bleibt in der Übersetzung sichtbar, statt in ein fremdes Schema gepresst zu werden. |
| Notenskala „umgerechnet“ | Mongolische Zeugnisse führen je nach Hochschule und Jahrgang eine Fünf-Punkte-Skala oder einen Buchstaben-GPA. In der Fünf-Punkte-Skala ist 5 „ausgezeichnet“ und 4 „gut“ – wer die Ziffer als österreichische Note liest, macht aus einem guten Abschluss ein ausreichendes Ergebnis. | Noten werden nicht umgerechnet, sondern mit Skala und Bedeutung übertragen. Ebenso bleibt der akademische Grad im Original und wird um die englische Form ergänzt; die Bewertung erstellt ENIC-NARIC Austria – darauf bereiten wir die Unterlagen vor. |
| Zielschrift verwechselt | Kyrillisch (Монгол) und die vertikale Traditionsschrift sind nicht austauschbar: Die Traditionsschrift bildet einen älteren Lautstand ab, eine automatische Umschaltung erzeugt Fehlformen. Mit der schrittweisen Zweischriftigkeit staatlicher Stellen kommt beides nebeneinander vor. | Vor Projektbeginn klären wir, welche Fassung die Zielstelle annimmt, und liefern satzfertig – kyrillisch, traditionell-vertikal oder als geprüfte Doppelfassung mit identischem Inhalt. |
| Vokalharmonie in Suffixen verletzt | Kasus- und Aspektsuffixe müssen zum Stammvokal passen – hinten -ын, vorne -ийн. Ein „nach Gehör“ gesetztes Suffix ist für jede mongolische Leserin sofort als Nicht-Muttersprachler-Text erkennbar und kann den Kasusbezug verschieben. | Suffixe werden regelkonform nach Vokalharmonie gebildet – besonders dort, wo transliterierte deutsche Eigennamen und Firmierungen mongolisch gebeugt werden müssen. |
| Deutsche Präpositionen nachgebaut | Mongolisch ist agglutinierend: Was das Deutsche mit Präposition und Artikel ausdrückt, hängt das Mongolische als Suffix oder Postposition an. Wer Satzbau und Funktionswörter mitüberträgt, erzeugt in Verträgen und Anleitungen falsche Bezüge statt nur holprigen Stil. | Muttersprachler bilden Kasus- und Postpositionsketten neu, statt deutsche Strukturen nachzubauen – und prüfen bei Vertragstexten gezielt, worauf sich Fristen und Pflichten beziehen. |
| Fehlendes Genus geraten | Mongolisch kennt kein grammatisches Geschlecht: тэр heißt „er“, „sie“ und „es“. Ins Deutsche übertragen muss das Geschlecht aus dem Dokument belegt werden – in einer Personenstandsurkunde ist ein Rateschluss ein Sachfehler. | Das Geschlecht wird aus Ausweisdaten und Dokumentkontext belegt. Bleibt es offen, fragen wir zurück, statt eine Annahme in die beglaubigte Fassung zu schreiben. |
| Sozialistische Bezeichnungen modernisiert | Urkunden aus der Zeit vor 1990 tragen Behörden-, Betriebs- und Ortsnamen der Volksrepublik, oft russisch geprägt. Wer sie durch heutige Bezeichnungen ersetzt, macht aus einer historischen Urkunde eine inhaltlich falsche. | Historische Bezeichnungen bleiben im Original stehen und werden erläutert; die Terminologie richtet sich nach dem Ausstellungszeitpunkt, nicht nach dem heutigen Sprachgebrauch. |