| Name weicht vom Reisepass ab | Bengalische Namen haben mehrere gängige lateinische Schreibungen – Chattopadhyay/Chatterjee, Bandyopadhyay/Banerjee – und die Kurzform „Md.“ wird mal als „Mohammad“, mal als „Muhammad“ aufgelöst. Steht in der Übersetzung etwas anderes als im Pass, fragt die Behörde nach. | Wir lassen uns die Passschreibweise vorab geben, führen sie durch alle Dokumente eines Vorgangs durch und erklären abweichende Formen im Übersetzervermerk, statt sie zu glätten. |
| Umschrift nach Hindi-Regeln | Der inhärente Vokal der bengalischen Schrift ist ein o-Laut (অ, „ô“), nicht das „a“ der Devanagari. Wer bengalische Namen nach Hindi-Konvention liest, macht aus Bôsu ein „Basu“ – ein anderer Name, derselbe Mensch. | Umgeschrieben wird nach bengalischer Lautung, nicht nach den Regeln einer benachbarten Schrift – und immer gegen das Passdokument geprüft. |
| Nikahnama als Registerurkunde behandelt | Der Nikahnama beziehungsweise Kabinnama ist der von einem Registrar geführte Ehevertrag mit eigenen Feldern – Mahr, Bedingungen, Zeugen. Wird er wie eine österreichische Heiratsurkunde umgeformt, verschwinden genau die Angaben, wegen derer das Standesamt ihn sehen will. | Wir übersetzen das Dokument, das vorliegt – vollständig, mit allen Feldern und Vermerken – statt es in einen österreichischen Dokumententyp umzudeuten. |
| GPA-Noten „umgerechnet“ | SSC und HSC aus Bangladesch und Madhyamik aus Westbengalen bewerten in GPA- oder Prozentskalen. Eine in eine österreichische Note umgerechnete Angabe ist eine Behauptung des Übersetzers – die Anerkennungsstelle bewertet selbst und braucht das Original. | Bewertung, Skala und Abschlussbezeichnung bleiben im Original mit Erläuterung; die Bewertung überlassen wir der Stelle, die dafür zuständig ist. |
| Bengalischer Kalender übersehen | Auf älteren, ländlichen und religiösen Dokumenten steht der bengalische Kalender (বঙ্গাব্দ, Bangabda). Gregorianisch gelesen ergibt sich ein Geburtsdatum, das um Jahrhunderte danebenliegt – oder, schlimmer, um wenige Jahre. | Wir erkennen die Ära, rechnen korrekt um und führen die Originalangabe zusätzlich mit Übersetzervermerk, damit die Behörde nachvollziehen kann, woher das Datum stammt. |
| Ligaturen und Hasant verrutscht | Bengali stapelt Konsonanten zu Ligaturen (যুক্তাক্ষর); das Hasant (্) unterdrückt den inhärenten Vokal. In Layout und PDF-Export brechen diese Stapel gern auseinander – aus einem korrekten Wort wird stillschweigend ein anderes. | Satz und Export werden am fertigen PDF gegengelesen, nicht nur im Textverarbeitungsprogramm; die Zeichenstapelung prüft ein Muttersprachler. |
| Kein grammatisches Geschlecht | Bengali markiert kein Genus: সে heißt „er“ und „sie“, Verben und Adjektive geben nichts her. Das Deutsche zwingt zu einer Festlegung, die im Ausgangstext schlicht nicht steht. | Die Zuordnung wird aus dem Dokument selbst hergeleitet – aus Anrede, Verwandtschaftsangabe oder Registerfeld – und nicht geraten. |
| Register und Anrede verfehlt | Der Verwaltungswortschatz Bangladeschs und Westbengalens ist unterschiedlich gewachsen, und Bengali kennt drei Anredestufen. Eine Betriebsanweisung im vertraulichen তুমি wirkt in der Fabrik herablassend, ein Amtsbegriff aus dem falschen Land fremd. | Wir bestimmen das Ausstellungs- oder Zielland und setzen dessen Verwaltungsvokabular an; offizielle und geschäftliche Texte laufen durchgehend in der höflichen Form আপনি (apni). |